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23. Oktober 2020

10. Oktober 2020: Welttag für psychische Gesundheit

Psychosoziale Versorgung der Behandlung ­körperlicher ­Erkrankungen gleichstellen

Psychische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen krankheitsbedingter Beeinträchtigungen in Europa und Österreich: Jedes Jahr ist etwa ein Viertel der Bevölkerung in Österreich von einer psychischen Beeinträchtigung betroffen. Das ist auch volkswirtschaftlich bedeutsam: In den vergangenen Jahren sind sowohl Krankenstandstage als auch Ausgaben für Invaliditätspensionen und Rehabilitationsgelder aufgrund psychischer Erkrankungen stark angestiegen. Studien gingen schon vor der Coronavirus-Pandemie von einer Unterversorgung im psychosozialen Bereich aus. Das im Regierungsprogramm formulierte Ziel eines substanziellen, stufenweisen und bedarfsorientierten Ausbaus der Sachleistungsversorgung bis 2024 ist jetzt, in Zeiten der Covid-19-Pandemie, dringlicher denn je. Ende September hat daher Gesundheitsminister Anschober Entscheidungsträger und Stakeholder zu einem Runden Tisch geladen, um gemeinsam erste Maßnahmen zu erarbeiten und die nächsten Schritte zu planen. „Die Coronavirus-Krise verstärkt die psychische Belastung jener, die Unterstützung ohnehin am dringendsten benötigen. Unser gemeinsames Ziel ist es daher, rasch einen niederschwelligen, qualitätsvollen und leistbaren Zugang zu psychosozialer Versorgung zu ermöglichen. Wir brauchen Gleichbehandlung – der Zugang zur psychischen Versorgung ist genauso wichtig wie jener bei körperlichen Erkrankungen. Ich halte es für entscheidend, dass wir mit allen Maßnahmen zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beitragen. Nach einem großartigen ersten Arbeitsprozess mit allen Betroffenen starten wir jetzt den Umsetzungsprozess für die geplanten Verbesserungen: Als erster Schritt werden professionelle Clearing-Stellen in ganz Österreich kommen, die den Betroffenen den Weg zur richtigen Beratung und Behandlung weisen sollen. Als zweiter Schritt wird der Zugang zur Psychotherapie erleichtert.“

Quelle:
Presseaussendung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz vom 10.Oktober 2020